Wander und Erlebnisreise Länderdreieck Sachsen-Anhalt / Sachsen und Thüringen vom 26.05.-01.06.2019

Wandern und Touristik

Diesmal war unser Wander- und Reiseziel  Mitteldeutschland. Wir tauchten ein in das Länderdreieck Sachsen-Anhalt / Sachsen und Thüringen. Heike Baum organisierte diese Reise, die uns nach Merseburg führte, mit viel Engagement. Dabei halfen ihr die sehr guten Kenntnisse über ihre frühere Heimat sowie einige ihrer Freundinnen bei Führungen.

Merseburg ist eine Stadt mit tausendjähriger Geschichte. Man spricht auch von der Mutter der mitteldeutschen Städte. Dies verdankt die Stadt an der Saale einer Person, Bischof Thietmar von Merseburg. Bereits in seiner Bibliothek müssen sich die „Merseburger Zaubersprüche“ befunden  haben. Es ist die älteste althochdeutsche Handschrift mit heidnischem Inhalt.

Überwältigt haben uns der Blick vom Dom über der Saale sowie der wunderschöne Park mit seinem Renaissance-Schloss.

Merseburg, einstmals Bistum und barocke Herzogsresidenz, später beschauliche Beamten-    und Regierungshauptstadt der preußischen Provinz Sachsen, war im vorigen Jahrhundert innovatives Zentrum von Chemieindustrie und Technikentwicklung .

Den 2. Reisetag verbrachten wir in der größten Stadt von Sachsen-Anhalt,  in Halle an der Saale . Sie ist eine der ältesten im mitteldeutschen Raum mit über 1200 Jahre kulturhistorischen und architektonischen Besonderheiten. Georg-Friedrich Händel ist der berühmteste Sohn der Stadt.

Am Vormittag teilte sich unsere Reisegruppe in Lang- und Kurzwanderer auf.

Die Langwanderer folgten einem Wanderführer in die Dölauer-Heide, dem größten Kiefernwaldgebiet  (658 ha ) in Halle. Die Wanderung führte z.B. zur Wolfsschlucht, der Bischofswiese und der Schwedenschanze und endete im Landschaftsschutzgebiet Saaletal.

Die Kurzwanderer bestanden aus zwei Interessengruppen. Eine Gruppe spazierte über den Hallmarkt zur Marktkirche und über den Marktplatz mit dem Händel-Denkmal zur Moritzburg . Hier wurde die Dauerausstellung des Kunstmuseums Moritzburg besucht. Sie beinhaltet die Sammlung von Werken der „Brücke-Maler“, die von Hermann Gerlinger zusammen getragen wurde und Werke der Klassischen Moderne nach 1945.

Die zweite Gruppe besichtigte zunächst die Marktkirche  (Marienkirche). Hier bewunderten die Teilnehmer die 1717 durch Johann Sebastian Bach eingeweihte große Orgel und die in der Sakristei aufbewahrte Totenmaske von Martin Luther. Weiter ging es zu den Franckeschen Stiftungen, die ursprünglich durch Spendengelder als Armenschule von August Hermann  Francke gegründet wurden.  Weiter ging die Führung zum Stadtgottesacker, einer Friedhofsanlage nach Vorbild italienischer Campo Santi.

Alle Reiseteilnehmer trafen sich zum Mittagessen wieder im Halleschen Brauhaus und anschließend erwartete uns ein besonderer musikalischer Altstadtbummel. Ein Spielmann brachte uns beim Schlendern, Schauen und Verweilen durch Straßen und stille Gassen Interessantes und Wissenswertes zur Geschichte der Stadt mit Anekdoten und Legenden ihrer Bewohner zu Gehör.

Der dritte Tag unserer Reise führte uns in das Saale-/Unstrut-Tal. Mit dem Bus nahmen wir Kurs auf die Domstadt Naumburg. Der Naumburger Dom ist eine Schatzkammer ohne Gold und Edelsteine. Wahre Schätze sind die Skulptur der Markgräfin Uta, das Cranach Altargemälde mit der Darstellung der Maria Magdalena und die Naumburger Pietá. Hier begann für die gesamte Gruppe unsere Exkursion. Für die Langwanderer mit einem kürzeren Aufenthalt im Dom und für die Kurzwanderer eine Besichtigung mit Führung .

Die Langwanderer folgten dann einer „Weinerlebnisbegleiterin“. Vorbei an den Weinbergen von Saale und Unstrut mit den typischen Winzerberghäusern durch den Jenaer Blütengrund zum Ziel: der Rotkäppchen Sektkellerei in Freyburg / Unstrut .

Das gleiche Ziel steuerten die Kurzwanderer mit dem Bus an.

Nach einer gemeinsamen Besichtigung, Verkostung und Kauf einer Flasche des edlen Rebensaftes mit Erinnerungsetikett  „PSC Wanderreise Mai 2019“  fuhren wir mit dem Bus zurück zum Hotel.

Am nächsten Tag überquerten wir die Ländergrenze von Sachsen-Anhalt nach Sachsen. Ziel war Leipzig, eine der lebendigsten, einzigartigsten Städte im Freistaat Sachsen .

Die Langwanderer nahmen Kurs auf den Markkleeberger See, um ihn mit viel Elan zu umrunden. Kleine Hindernisse wurden mit Bravour überwunden.

Die Kurwanderer wurden durch die Innenstadt geführt. Dabei sahen sie das Alte Rathaus, Bartels Hof , die Thomaskirche mit kurzer Besichtigung , das Gewandhaus  und die Leipziger Oper. An der Nikolaikirche vorbei gelangten sie zur Mädler-Passage .

Im Auerbachs Keller war der Mittagstreffpunkt für alle.

Von dort ging es zur Bootsanlegestelle, wo wir am Nachmittag in drei Booten die Leipziger Grachten durchquerten und die Architektur sowie Flora und Fauna vom Wasser aus kennen lernten.

Ein Abstecher zum Völkerschlachtdenkmal rundete unseren Leipzig Aufenthalt ab.

Für den folgenden Tag war eine Wanderung bzw. Straßenbahnfahrt nach Bad Dürrenberg geplant. Dort erwartete uns u. a. ein gepflegter Kurpark, das 12 Meter hohe hölzerne Gradierwerk, das Borlach-Museum sowie ein Palmen- und Vogelhaus. Natürlich auch Restaurants und Cafes zur Einkehr.

Einige Teilnehmer nutzten diesen Tag auch dazu Sehenswürdigkeiten der Stadt Merseburg näher kennen zu lernen.

Am letzten Tag der Wander- und Erlebnisreise fuhren wir nach Weimar und damit in das von uns anvisierte 3. Bundesland Thüringen.

Vor und nach der Besichtigung der Herzogin  Anna Amalia  Bibliothek war individuelle Stadt-und Museumsbesichtigung angesagt. Im Focus standen dabei die Wohnhäuser von Goethe und Schiller, Goethes Gartenhaus, das deutsche Nationaltheater  und das Rathaus.

In 2 Gruppen organisiert erfolgte der Rundgang in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Sie war eine der ersten öffentlich zugänglichen Fürstenbibliotheken in Deutschland . Sie hat einen Bestand von ca.  1,1 Millionen Bänden und ist seit 2007 Welterbe der UNESCO.

Zur Stärkung durfte natürlich eine original Thüringer Rostbratwurst nicht fehlen.

Nach der Rückfahrt und dem Abendessen in Merseburg hieß es Koffer packen, um am nächsten nach Pulheim zu fahren.

Heike Baum